Congo River Tour 2022

Tag 1

wir sind in der grössten Stadt Afrikas gelandet Kinshasa DRC 20 Millionen Einwohner

Parc de la vallée de la Nsele ein Parc in der Nähe Kinshasas gegründet vom ehemaligen Präsidenten eine Kombination aus game reserve mit Nashörnern und Freizeitpark für reiche kongolesische Städter
dann fast 3h zurück in der rush hour

Tag2

wir fahren 1,5 h zum Bonobo Sanctuary ausserhalb Kinshasas. Bonobos unsere naechsten Verwandten, sie leben ausschließlich in der Demokratischen Republik Congo im zentralen Urwaldbereich. Sie konnten sich nie weiter ausbreiten da sie zwischen den grossen Fluessen gefangen waren, da sie wie alle Affen nicht schwimmen können.Die Weibchen werden mit 14 Jahren geschlechtsreif und bekommen nur alle 4 Jahre in Junges bis sie 34 sind. Sie können 66 Jahre alt werden. Bei den Bonobos regiert das Matriachart 

Aufgrund von Abholzung, Bushmeat Handel und Handel mit Bonobos als Haustier hat sich die Zahl auf mittlerweile unter 20.000 reduziert. Junge Bonobos sind in Gefangenschaft praktisch nicht haltbar, da sie ein sehr komplexes Sozialsystem haben.

fuer den Interessierten hier ein Link zum sanctuary

https://www.bonobos.org

Nach dieser beeindruckenden Tour machen wir uns auf den Rueckweg und halten noch an einer Kunstgalerie – eine Stuttgarterin, die seit ueber 50 Jahren zwischem Kinshasa und Stuttgart pendelt.

Tag 3

Heute früh sollten wir eigentlich nach Kisangani fliegen. Alle Flüge sind gestrichen, da der Airport nicht genug Sprit hat, wann und ob der nächste Flug geht ist ungewiss. Wir verbringen den Tag im Hotel, draussen ist es schlichtweg alleine zu gefährlich.

liege wie die Echse am Pool und warte auf news bezüglich der Flüge

Tag 4

04:00h morgens wir fahren zum Airport um zu gucken welchen Flug wir bekommen können. Kein Verkehr um diese Zeit, die Stadt wirkt trotzdem nicht freundlich. Der nationale Airport ist schon busy und ein ranghoher Polizist scheint zu entscheiden wer noch mitfliegen kann. Überall das Geräusch von scotch Klebeband mit dem die Passagiere ihre Koffer zur Sicherheit umwickeln.

Es gibt zwei Airlines und ganze 4 !! Flugzeuge die den Westen des Kongos mit dem Osten verbinden – bon chance

Dann haben wir noch ein schönes gemeinsames Abendessen mit unseren guides und das Restaurant hat ein Paar Kronenkraniche als Haustiere – der Hammer.

gegen später schlafend unbeeindruckt vom drumherum

Tag 5

05:00h wieder am Airport …. totales Chaos, aufgeladene Stimmung. Irgendwie schaffen wir es unser Gepäck aufzugeben.

wir sitzen tatsächlich im flieger
im Cockpit nirgends mehr möglich😊
Ankunft Goma bei Freunden Alex rechts im Bild der Bruder von Joseph – aber heute leider kein weiterflug nach kisangani – vielleicht morgen
welcome to Goma

im Hintergrund der Nyiragongo

Tag 6

5:45h genau meine Uhrzeit als Eule sind wir wieder auf dem Weg zum Airport und hoffen dass heute ein Flug von Goma über Isuri nach Kisangani geht.

wieder super chaotisches einchecken, das durchdringende Geräusch von scotch Klebeband was km weise abgerollt wird über Plastiktaschen. Dann Äpfel in Eimern, Zwiebeln in hübschen einheimischen Taschen..

Ich fülle mich wie wenn wir einen Schlepper haben, der uns durch das Chaos lots mehr recht als schlecht.

Nach zwei Zwischenstopps kommen wir endlich an aber unser Gepäck ist in Goma geblieben…

Zur Begrüssung ein paar Würmchen..

Kisangani, früher Stanleyville der östlich schiffbarste Punkt des Kongoflusses, immer wieder zerrissen in den vielen Konflikten des Kongos. Gegründet 1875. Zunächst regiert von Arabern unter Tippu Tip, die verbunden mit Zanzibar nach Osten regen Sklaven- und Elefenbeinhandel betrieben bis Henry Morton Stanley für die Belgier in Kisangani einen Handelsposten errichtete 1883. Die Araber verschwanden 1890 da die Belgier den Handel mit Elfenbein nach Westen verlagerten und zumindest offiziell den Sklavenhandel bekämpften.

Von einer Handelsstadt zu einer Hafenstadt in der Waren nur in eine Richtung fliessen, nämlich Belgien gewann Stanleyville/Kisangani während des 1 und 2 weltkrieges wieder an Bedeutung , nachdem die Europäer 1912 eine Bahnstrecke hierher bauten und viele Ausländer zum Handeltreiben kamen. 1956 stellten die Belgier den Tshopo Dam fertig der auch heute noch Kisangani mit Strom versorgt.

Ab 1960 bis ins 21. Jahrhundert versinkt Kisangani im kongolesischen Konflikt. Zunächst fliehen die Anhänger des ermorderten Patrick Lumumba dort hin und versuchen eine Linksregierung zu installieren Die Simbas ein lokaler sehr mächtiger Stamm unter Patrick Olenga bekämpfen sie erbittert und wollen den Ostteil des Kongos abspalten vom Westteil. Als sie beginnen die verbliebenen Europäer regelrecht niederzumetzeln schreitet die USA und Belgien mit Fallschirmjägern ein um die restlichen Europäerzu befreien. Zu der Zeit hatte Muputo im Westen des Kongos bereits die Macht übernommen. Kisangani erhob sich kurz aus dem Chaos, um mit dem Fund von Diamanten 1986 im noch immer schwellenden Konflikt des Dreiländerecks Ruanda Uganda und dem Ostkongo bis heute zu versinken.

Die Gier nach Diamanten und Rohstoffen, sowie die Unfähigkeit Muputos Regime eine funktionierende Regierung in Kisangani zu installieren liess die Ruandische und ugandische Armee einfallen, die sich später in die RCD ML – in Kisangani unter Kabila und die RCD Goma unter Musuweni in Goma aufspaltete.

2002 führte ein wieder aufflackernder Konflikt zwischen den beiden RCD Lagern in dem die lokale Bevölkerung wahllos ermordert wurde, dazu das massiv UN Truppen eingesetzt wurden und unter Joseph Kabila, der Kisangani 2004 als erster Präsident besuchte ein langsamer Prozess des Wiederaufbaus stattfindet. Die massive UN Präsenz bringt viel Geld in die Stadt. Der Konflikt schwelt jedoch weiter, da die RDC Truppen sich lediglich in den schwer zu durchdringenden Dschungel geflüchtet haben und die Gier nach Rohstoffen nicht abreißt.

Wagenia Falls- hier kann man lokale Fischer dabei beobachten wie sie mit Reusen Fischfang betreiben.

450 Tribes und genauso viele Sprachen beherrschen den Kongo. Einer davon sind die Fischer aus Wagenia die um die Jahrhundertwende auf eine kleine Insel gekommen sind wo heute ihre chiefs begraben liegen. Dem 4. sind wir begegnet. Er hat 4 Frauen und 20 Kinder.

Heute lebt Kisangani unter anderem von Kakao und Palmölanbau, sowie Fischerei

Tag 7

In der Nacht hatten wir lange die Trommeln der Neuzeit- Samstag Abend Party night bis um 05;00h morgens dann der Strom weg war- Stille ..

Morgens besuchen wir noch mal die Fischer, kaufen ein und erreichen dann endlich unser Boot.

Auf der Rückfahrt begegnen wir einem jungen Mann, der fast ein Modell sein könnte wir fragen ihn, ob wir ihn fotografieren dürfen- er erklärt sich bereit. Nachher erfahren wir von unserem lokalen Führer die traurige Geschichte hinter dem traurigen Gesicht. Er war Musiker und hat die Geister gerufen, um berühmt zu werden. Dann wurde er dem Stamm zuFolge verrückt und mann hat ihn in Ketten gelegt ! und in der Kirche versucht ihm den Teufel auszutreiben.. mir fällt dazu nichts ein

Es stehen uns 1700 km auf dem Kongo- le fleuve- wie er hier genannt wird, bevor. Insgesamt ist der Kongofluss 4500 km lang aber auf nur knapp 2000 km sind schiffbar mit Unterbrechungen, die durch Eisenbahnen überwunden werden. Das grösste zusammenhängende Teil das schiffbar ist unser Tripp- Kisangani bis Maluku.

Wir kaufen noch ein paar Dinge ein und fahren dann gegen 14:30h endlich los.

Wir richten uns etwas häuslich auf dem Boot ein, dass die nächsten 14 Tage unser zu Hause sein wird . Inklusive natürlich „annettesierter“ gadgets😊

Wir erreichen unser Endziel nicht und müssen einen improvisierten Zwischenstopp in einem anderen Dorf einlegen. Bei Nacht schlagen unsere guides die Zelte auf. Buschtrommeln begrüssen uns. Wir liegen direkt vor dem Haus des Chefs umringt von gefühlt 100 Menschen putzen wir Zähne und kriechen in unser Zelt …

Es wird noch ewig geplappert die Trommeln sind längst verstummt und elektronische Musik gepaart mit Schweinegequiecke und Hühnergegacker summt uns in den Schlaf.

Tag 8

05:30h es erklingen wieder Trommeln, die das Dorf wecken und Hahnengekrähe. Wir sind mittlerweile nicht mehr so interessant und können unbehelligt aus unseren Zelten kriechen und die erstaunlich saubere Dorftoilette benutzen.

Wir packen zusammen und besteigen wieder unser Boot lassen einen Fussball zurück.

Die Kinder putzen sich die Zähne im Fluss direkt neben unserem Boot, wir würden das nicht überleben Einige haben einen Nabelbruch einige deutliche Zeichen der Fehlernährung obwohl Fisch, Fleisch und Gemüse zur Verfügung stehen. Auf Nachfragen bei unseren Guides hat niemand die Chance auf medizinische Versorgung hier. Kisangani ist zu weit weg und die Leute haben nicht das Geld denWeg zu bezahlen geschweige denn die Behandlung. Eine medizinische Versorgung kostenfrei gibt es praktisch nur durch NGO. Organisationen. Überleben scheint schicksalhaft.

Keine soziale Grundabsicherung, keine medizinische Versorgung, alte Traditionen, schlechte Bildung und letztendlich ein sehr katholischer Glaube führen dazu dass gerade hier in den sehr abgelegenen Regionen die Menschen durchschnittlich 6-9 Kinder haben. Ein Teufelskreis aus Armut der fast unlösbar erscheint.

Die Rolle des Manns in der kongolesischen Gesellschaft ist von eine Bild geprägt , dass es in unserer westlichen Welt eigentlich nicht mehr gibt. Arbeiten vielleicht, im wesentlichen aber Reden und unterm Baum sitzen, viele Kinder zeigen,falls das nicht eintritt sucht die Mutter eine zweite Frau..Ein Mann der seine Wäsche macht ist unmännlich selbst unsere gebildeten Guides haben mit diesem Vorurteil zu kämpfen.

Die Rolle der Frau. Sie muss die Kinder versorgen, den Haushalt machen, das Feld bestellen.

Kasava oder Maniok ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, die Wurzel wird 4-5 h gewässert und dann gekocht zu einer Art Brei. Zerstampft kann man daraus Brot machen. Die Blätter werden zu einer Art Spinat verarbeitet.

Land und Leute ziehen an uns vorbei auf kleinen Pirogen oder riesigen Booten.

Wir frühstücken und machen es uns wieder gemütlich auf dem Boot

An uns vorbei ziehen ehemalige Kautschukplantagen, die eine furchtbare brutale Kolonialgeschichte hinter sich haben, wo Einheimischen die nicht genug Kautschuk sammelten für Leopold den II die Hände abgehakt wurden. Ehemalige Zuckerrohrplantagen, die unter Muputo verstaatlicht wurden und dann im korruptionschaos untergingen und jetzt im Dschungel verfallen. 2025 wollen die chinesen wohl die Kautschukindustrie wieder aufleben lassen. Viele Waren werden auf abenteuerlichen Bootkonstruktionen den Fluss herauf oder herunter gefahren.

Primärwald gibt es leider nur noch in den Nationalparks entlang des Flusses ist das meiste Sekundärwald. Jedoch findet sich wenig Holzwirtschaft , die wenn von Soldaten beherrscht wird.

Immer wieder fahren viele Einbäume mächtiger Grösse an uns vorbei um Waren zwischen den Dörfern auszutauschen. Stand up paddling in perfection !

zweite Nacht in einem Dorf in der Nähe einer grösseren Stadt wir bauen alles auf , essen und gehen ins Zelt. Dann wird es Laut , Musik angetrunkene Männer – wir brechen die Zelte ab, da die Situation nicht in den Griff zu bekommen ist. 21:00h die Sonne ist schon lange untergegangen, wir sind wieder auf dem Fluss.

Wir navigieren bei Nacht 1 h weiter was schwierig scheint wegen vieler untiefen und einer fast ganz dunklen Nacht. Auf einmal taucht eine riesige neue Palmölfabrik am Ufer auf, die den Fluss in Licht flutet- das neue Gold-später an unserer neuen Schlafstätte können wir morgens beobachten wie das Dorf Palmöl selber macht.

Wir legen an einem kleiner Dorf an auch Musik aber keine Betrunkenen Männer. Dafür später Hähne die mitten in der Nacht neben unserem Zelt anfangen zu krähen..: an Schlaf ist nicht wirklichzu denken. Dafür wieder ein schöner Sonnenaufgang in einem ursprünglichen Dorf. Wir schlagen vor die nächste Nacht im Busch zu schlafen wenn möglich.

Tag 9

Entlang des Hauptstroms sind kaum Tiere oder Vögel zu beobachten, unsere guides erklären uns, dass diese gegessen werden und sich deshalb tiefer in den Dschungel zurückgezogen haben.

Man kann immer wieder grosse Tropenbäume beobachten die gefällt am Ufer liegen und abtransportiert werden meisst ist das Militär involviert und es ist viel Geld damit zu verdienen, die Leute drum herum bleiben aber bitterarm.

Wir kaufen ein paar Fische auf dem Weg ein für unsere Essen heute und nehmen eine Dusche hinten im Boot mit aufgekochten Flusswasser und Eimer..

Es fängt tierisch an zu regnen und wir halten in einem kleinen Dorf an ich erwache aus einem wunderbaren Mittagsschlaf in der Hängematte. Alles ist eine band aus grauem Regen getaucht und die Einheimischen haben sich in die Hütten geflüchtet.

Der Regen hört auf und wir fahren weiter und lassen die neugierig staunenden Menschen am Ufer zurück.

Wir halten an einer Art Markt um Gemüse – die Blätter der Süsskartoffel zu kaufen, die dann wieder fleissig von unserer Köchin, die den ganzen Tag in der Küche werkelt, verarbeitet werden. Wir werden mit sehr einheimischen Essen versorgt, Reis Bohnen, Hühnchen oder Reis und Fisch.

Ein Mädchen mit Antennenhaaren, das versucht hatte mit mir neugierig in Kontakt zu kommen und von dem ich ein Foto aufgrund ihrer außergewöhnlichen Friseur schiessen wollte, hatte ich zuvor aufs Boot geholt und ihr einen Fussball, Stifte und ein paar Hefte gegeben, woraufhin sie meinte, das wäre viel zu viel !!

Das Mädchen den Antennenhaaren

Unser Guide Joseph schlägt schließlich vor wir könnten ein paar der zuvor eingekauften Schreibhefte und Stifte verteilen, zum Glück macht er das, denn es kommt zu einem regelrechten Tumult und wir können die Kinder gerade noch davon abhalten unser Boot zu stürmen.

immer wieder sind wir bei unseren Anlandungen von einer Menschentraube umringt

Wir liegen in unseren Hängematten, lesen Reiseberichte über den Kongo und der Fluss zieht an uns vorbei

Tag10

Wir legen bei Dämmerung in Bumba an, einer kleinen Hafenstadt am Kongofluss. Hier ist der Fluss mit 20 KM an seiner weitesten Stelle, hunderte von Inseln befinden sich in der Flussmitte. Eingeschleppte Wasserhyazinthen sind wie am Lake Victoria ein grosses Problem weil sie den Fluss zuwuchern.

Die Stadt ist laut und dreckig. Wir fahren mit dem Motorrad und nur unseren Kulturbeuteln auf dem Motorrad in unser Gästehaus. Dieses ist sehr sauber und mit einer fake Lois Vuitton Decke eingedeckt 😊 Im Zimmer gibt es 3 Ebenen um das Bett und Bad, so dass man aufpassen muss dass man sich keinen Oberschenkelhalsbruch zuzieht.

Draussen wie immer unerträglich laute Musik aus blechernen Lautsprechern und plabbernde Männer, wir dösen in den Schlaf rüber.

Tag 11

Morgens dann ein kleiner Kaffee, die verzweifelte Suche nach Tomatensosse auf dem Markt und wir landen wieder an Bord. Die Crew wechselt den Kapitän, kauft noch ein paar lokale Produkte und los geht es.

Joe hat noch erfolgreich etwas Sosse ergattert und wird sich an einer Spaghetti Arrabiata versuchen. Ansonsten sind unsere Mahlzeiten sehr lokal und eintönig. Maniokbrei, Maniokblätter, Reis, Nudeln, Bohnen, Fisch oder Huhn. Alles zu Tode gekocht und bis auf eine gefährlich scharfe Sosse relativ geschmacksneutral.

Wir sind wieder auf dem breiten Fluss unterwegs und der angenehm kühlende Fahrtwind lässt uns in den Hängematten wieder wegdämmern.

Wir halten bei einer kleinen Fischerfamilie und kaufen ihnen einen grossen Fisch ab, der wahrscheinlich die Hauptmahlzeit sein sollte.

Es gibt auf dem Hauptstrom keine Krokodile und auch keine Hippos- unsere guides meinen wegen der starken Strömung.

Die Abgeschiedenheit der Menschen hier hat auch einen Vorteil, keiner von Ihnen ist je mit den aktuell kriegerischen Situationen im Kongo konfrontiert gewesen. Die Menschen hier sterben, weil sie krank sind oder einen Unfall haben.

Auf diesem Abschnitt des Flusses zwischen den Hafenstädten Bumba und Lilanga ist die Vegetation sehr flach und es hat viele Inseln im Fluss. Die Dörfer stehen alle auf Stelzen, da im April und im November die Inseln aufgrund des Monsunregens manchmal für 2 Monate geflutet sind.

Wir erreichen die Stadt heute nicht und legen bei einer kleinen Fischerfamilie auf einer Insel zum schlafen an.

Sie sind alle sehr freundlich völlig desinteressiert an unserem Zeltaufbau und sitzen abends nich kurz ums Lagerfeuer, um sich dann mit Kindergekichere in ihre Hütten zu verabschieden.

Wir schlafen trotzdem nicht so gut, da es in dem kleinen Wurfzelt sehr schwül ist, der Generator von unserem Boot ewig läuft und die Crew dabei schläft …und wir ne Mücke im Zelt haben…

TAG 12

Dennoch verschlafen wir den Sonnenaufgang.

Wir verschenken einen Fussball, Hefte und Stifte, Seife und kaufen dem Dorf ein Paddel ab.

Der Chef 62 Jahre alt führt uns sehr freundlich herum und erklärt uns, dass er insgesamt 12 Kinder von zwei Frauen hat, am anderen Ende der Insel lebt sein Bruder mit ebenso vielen Kindern.

Sie leben vom Fischfang den sie trocknen, Enten, die uns morgens schnatternd vor dem Zelt begrüssen und Kasava dass sie zum Verkauf auf dem Markt herstellen.

Die Wurzel ähnlich Maniok wird zunächst 2h gewässert dann zermörsert und schliesslich wird der Brei in Blätter gewickelt über dem Feuer gekocht, bis die Blätter gelb sind.

Die saftig grüne Landschaft zieht wieder an uns vorbei, am Flussrand werden Ziegel gebrannt, wir sind in Bücher und Reiseberichte pber den Kongo vertieft- der Klassiker Joseph Conrads „Heart of Darkness“ , David Reybrouks schon fast Standardwerk „Kongo“ und ein sehr spannender Reisbericht auf den Spuren Stanleys von Tim Butcher „ Blood River“

Wir kommen in Lisala an dem Geburtsort Muputos des ersten Präsidenten des damaligen Zaire an und besichtigen sein nie fertiggestelltes Wohnhaus und was jetzt zerfällt und in dem einige seiner entfernten Verwandten hausen.

Vor dem Haus steht eine Statue, die die Geburt Muputos symbolisieren soll. Innen ist alles was mal einen Wert hatte herausgerissen.

Wir finden eine perfektenHund Katzensymbiose wie zu Haus im Innenhof, der Hund knurrt mich gefährlich an als ich der säugenden Katze auf den Pelz rücke für ein Foto. Das kleine schwarze Katzenbaby ist eher dem Tod geweiht da es schwach und anteilnahmslos auf der Erde liegt. Eine Katze retten in einem Land wo die Menschen an den einfachsten Dingen sterben ? sie mitnehmen auf eine 2,5 wöchige Schiffsreise ? schweren Herzens überlasse ich sie ihrem Schicksal.

Wir hängen noch mehrere Stunden im Hafen wegen Formalitäten fest, müssen unsere Pässe und Visa zeigen.

Derweil wird direkt neben unserem Boot gewaschen geduscht, Babies gestillt etc.

Die Frage letztendlich ist wer wen beobachtet.

Endlich legen wir wieder ab unter grossem Kindergeschreie.

Im Wald entlang des Flusses sind immer wieder Netze in den Bäumen zu sehen mit denen Vögel gefangen werden um sie zu essen.

Der Fluss ist heute aufgewühlt und windig. Das Wetter fast kühl. Sobald man das Boot aber verlässt wird es schwül warm.