Wir werden heute von aufgeregten Samtaffen geweckt, anscheinend hat in der Nacht ein Leopard ein Junges geholt und sie schreien jetzt wild durcheinander, flankiert von tiefem Hippo Gegrunze.

Wir stehen auf, spulen die typische Morgenroutine ab und saugen kurz wahnsinniges schnelles Internet bei Sven und Natalie, zwei Deutsche die das Camp im Namen des neuen Besitzers wieder aufbauen. Es war einmal eine Lodge die aufgegebn wurde, im Moment funktioniert nur die Campsite aber die Lodge soll mit 4 Chalets wieder auferstehen, direkt am Fluss. Sven ehemals bei der Telekom in Deutschland hat das Internet perfektioniert-schnellste Verbindung seit dem wir unterwegs sind!
Kurz Zivilisation News getankt -Brexit usw., erscheint alles sehr weit weg und wir werfen uns wieder auf die Strasse-bzw. Piste.

Es geht noch mal hardcore mässig durch ausgetrocknete Flussbette und holprige Pisten mit dem Ziel das Buffalo Camp in North Luangwa zu erreichen.


Wir fahren durch tolle sehr ursprüngliche Dörfer-mitten durch die Strasse geht sozusagen durch die Vorgärten und das afrikanische Leben fliest sanft an uns vorbei.



Die Küche

Hier ist Afrika noch rund, sprich die Häuser sind typische Rundbauten mit kleinen Feldern davor oder dahinter. Vor allem in Botswana sind die Häuser alle schon eckig.
Afrika wird eckig 🙂
Die Menschen verdienen sich hier ein Zubrot mit Baumwollanbau, was so eine komische Südstaatenbeigeschmack bei mir hinterlässt.
Andreas hat noch mal einen Platten wir halten und sind sofort von Kindern umzingelt, die Süssigkeiten oder Stifte wollen. Ich krame aus den tiefen des Autos noch ein paar Kugelschreiber raus-Fehler so viele Hände kann ich bedienen und bin total überfordert, ob des Körperkontaktes und Gedränges-etwas genervt resigniere ich mit „they are finished“..




Wir fahren an eine weniger belebte Stelle, um den reifen zu wechseln, dort finden sich auch ein paar Kinder und Frauen ein,um uns zu zugucken.


Mir fällt ein junges Mädchen auf, das offensichtlich zwei grosse Abszesse am Fussrücken hat. Andreas ist noch immer fluchend am Reifen zu lange und ich entschliesse mich die bisher grosse ungenutzte-zum Glück-rote Medizintasche aus dem Auto zu basteln und eine kleine Abszesspaltung am Straßenrand vor zu nehmen.
Das Mädchen zuckt nicht mit der Wimper als ich reinschneide-uh. Einer der anwesenden Männer übersetzt und wird von mir zum „Hilfsdoktor“ ernannt, er bekommt Desinfektion, antibiotische Creme und Verbandszeug und eine Einweisung was die nächsten Tage zu tun ist. Allerdings stelle ich für mich noch fest bds. bandagierte Füsse im Dreck ohne Schuhe wird nicht so lange funktionieren, also kram ich ein paar Socken raus, die ich ihr über die Bandagen stülpe 🙂
Später treffe ich sie noch mal mit ein paar Schuhen an.

Reifen gewechselt, angelernten Arzt abgefragt was zu tun ist, Medizinkoffer wieder verstaut weiter geht es.


Wir kommen am Kanunshya Gate an und erfahren das eine Überquerung des Luangwa Flusses hier nicht möglich ist, da der Fluss zu tief ist und es kein Ponton gibt-also wieder 10 KM zurück und dann weiter zum Ponton.


Wir stellen fest, dass wir es heute nicht mehr bis zum Buffalo camp schaffen und entscheiden uns bis zum Ponton zu fahren und dort im community camp des Ortes zu Zelten. Ein sehr netter Empfang und die Dusche wird extra angeheizt für uns, wir gucken wieder auf den Luangwa Fluss mit vielen Hipoos drin.
Andreas stellt fest er hat noch einen Plattfuss und jetzt gehen uns die Reifen aus.. Ich suche etwas länger nach dem Schalter für meinen Kompressor im Auto, um den Platten vom letzten mal aufzufüllen und Andreas und die Jungs vom Dorf rollen den Reifen in den Fluss, um nach dem Leck zu suchen. Dann kommt das Reifenflickset zum Einsatz-ich sage nur der Lady mutiert zum Servicemobil für den Landcruiser-grins…
Alles aufgepumpt, geflickt, geduscht, kochen wir ein paar Spaghetti und gucken auf dem Laptop den Film über das Leben von Bernard Grzimek begleite von live Hippogegrunze.
Die Batterie geht zu neige und ich schlendere entspannt zum Kofferraum, um das Powerpack zu holen, dabei gucke ich in die neugiereigen Augen eines mittelgrossen Hippos, dass hinter meinem Auto gerade aus dem Fluss kommt-ahh
Die Nacht wird dann noch von sehr nahmen Elefantengetröte begleitet..


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